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Lwiw (Lemberg)
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Kuranlage Borschawa
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Mein Dorf Dolgoje
Karpaten 2009
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Reisebericht vom September 2009

Mein Traum ist in Erfüllung gegangen. Die Reise, die ich lange geplant habe, liegt hinter mir. Ich habe etwas Neues ausprobiert. Endlich habe ich deutsche Bürger in eine Region der Ukraine gebracht, die nur wenige kennen. Meine Heimat, die ich liebe und schätze, habe ich den Reisenden aus Deutschland gezeigt. Jedes einzelne Gruppenmitglied war mir wichtig. Ich wollte, dass alle, egal, wer das ist, sich in meiner Heimat gut und wohl fühlen. Ich hoffe sehr, dass mir das gelungen ist.

Ich bin erleichtert, dass die Reise ein Erfolg war, denn ich habe bemerkt, dass alle Mitglieder zufrieden nach Deutschland zurück gekehrt sind.

Die Stationen unserer Reise:

Lemberg / Lwiw
Fotos hier
Wir sind zuerst in Lemberg gelandet. Eine wunderschöne Stadt. Ich bin überrascht, wie schön die Stadt ist. Ich hätte das nicht gedacht. Jetzt bin ich dem Reisebüro Bavaria Tour sehr dankbar, dass es für uns alles organisiert hat: Die Unterkunft, die Stadtbesichtigung, den deutschsprachigen Reiseführer Dimitri. Alle sind wir von der Villa „Bayrischer Hof“, wo wir untergebracht waren, begeistert. Wir haben uns da wie zuhause gefühlt. Mit solch geschmackvoll, ästhetisch ansprechend eingerichteten Räumen haben wir nicht gerechnet. Jedes Zimmer war einzigartig gestaltet. Das Büffet mit den hausgemachten Gerichten war eine Augenweide.Fotos hier

Am Abend unserer Ankunft wollten die meisten von uns schon das Stadtzentrum sehen. Dorthin sind wir mit einem Stadtbus gefahren. Es war eine von Menschen überfüllte kleine Blechbüchse mit friedlichen, freundlichen Fahrgästen, die uns dort hinbrachte. Der Bus war gewöhnungsbedürftig, der Fahrpreis auch. Dass die Fahrt nur 15 Cent kostet, hat uns verblüfft.

Als wir am Opernplatz ankamen, hat uns Musik empfangen. Der Platz war voll von Menschen. Einige Lemberger haben getanzt, andere haben in den Arkaden flaniert. Am nächsten Vormittag sind wir wieder da gewesen und unser Reiseführer hat uns einige von vielen Sehenswürdigkeiten gezeigt. Die schönsten waren die Kirchen, besonders die armenische Kirche mit ihren außergewöhnlichen Fresken. Am Ende der Stadtführung haben wir den Kunsthandwerkermarkt besucht. Wir haben gesehen wie vielfältig die ukrainische Kunst ist.

Vor dem Rückflug nach Dortmund hatten wir etwas Zeit. Die nutzten wir um Mittag zu essen. Wir haben ein Restaurant in der Nähe der Staatsoper aufgesucht. Aufgrund des Standortes und seiner Vorgeschichte dachten wir, wir sind in einem teuren Restaurant. Als wir die Preise gesehen haben, waren wir mehr als erstaunt. Ein Menü mit Vor-, Haupt- und Nachspeise sowie Getränken kostete ungefähr 5 Euro. Alle haben verschiedene Gerichte bestellt und alle sind hochzufrieden gewesen.

Unterwegs nach Borschawa
Fotos hier
Unterwegs dorthin haben wir eine kurze Kaffeepause gemacht. Die Motelanlage „Natalie“, in schöner Landschaft eingebettet, bezauberte uns mit ihrer wunderschön gestalteten Parkanlage. In einem der vielen Pavillons, der über den Fluss gebaut war, aßen wir hausgemachten Kuchen und tranken Kaffee und Tee.

Wir sollten allerdings nicht so schnell wie gedacht in unser entgültiges Quartier kommen. Der Busfahrer entschied sich ohne uns zu fragen für eine andere längere Route. Auf diese Weise bekamen wir die Vielfalt der Landschaft Transkarpatiens zu sehen und kamen erst in der Dunkelheit in Dowhe, wo sich die Kuranlage befindet, an.

Die Ankunft in Borschawa
Fotos hier
Wir wurden sehr feierlich empfangen – mit festlicher Beleuchtung, Musik, Brot & Salz. Die Presse wartete schon auf uns. Das Team hat sich uns vorgestellt und uns zum Empfang geleitet, wo wir unsere Zimmer zugewiesen bekamen. Während jemand unser Gepäck auf das Zimmer brachte, gingen wir direkt in unseren eigenen Speisesaal, wo auf uns schon ein leckeres Abendmahl wartete. Dort haben uns der Chefarzt und die Managerin auch den Tagesplan mit seinen verschiedenen Angeboten für die ganze Zeit gegeben.

Das Behandlungskonzept

Am nächsten Tag gab es für jeden ein ärztliches Empfangsgespräch, in dem die Anwendungen für jeden individuell abgestimmt wurden. Sie wurden in einem Kurbuch festgehalten und nach jeder Behandlung eingetragen. Einige aus der Gruppe haben auch zusätzliche Behandlungen bekommen, die sie aus eigener Tasche bezahlt haben. Eine Ganzkörpermassage kostete nur 8 Euro. Welche Anwendungen in Borschawa angeboten werden und wie teuer sie sind, können Sie hier lesen.

Das Essen war leichtes „Diät“-Essen. Zur Auswahl gab es drei Varianten der Zubereitung: Gekocht, gedünstet und gebraten. Das Frühstück und das Abendessen war für die Deutschen ungewöhnlich, weil es morgens und abends warmes Essen wie zum Mittagstisch gab. Hier können Sie das Menü von einem Tag lesen.

Kaffee gab es nur Löslichen. Das war ungewöhnlich für die Deutschen, die gefilterten oder gebrühten Kaffee trinken. Ich habe den Wunsch der Deutschen nach ihrem gewohnten Kaffee an die Küchenleiterin herangetragen. Sie hat mir erklärt: „Wir sind eine Kuranlage. Wir bieten unseren Kurgästen ein gesundes Essen an. Mit dem Essen und den Behandlungen geben wir den Menschen alles, was sie für ihre Gesundheit brauchen. Wir können nicht bei ihnen Schaden anrichten, indem wir ihnen schon beim Frühstück Kaffee geben. Auf dem Gelände der Kuranlage gibt es ein Café, wo man verschiedene Getränke kaufen kann. In der Speisehalle trägt das Sanatorium die Verantwortung und außerhalb davon jeder für sich selbst.“

In Kürze wird ein Restaurant fertig gestellt. Da kann man auch sich eigene Essenswünsche erfüllen.

Unsere Freizeit

Die Zeit zwischen Frühstück und Mittagessen war für die Behandlungen vorgesehen. Nach der Mittagspause hatten wir Gelegenheit für die „Terrain-Kur“ - eine Wanderung in den Bergwald - und Nordic Walking. Auch wurden verschiedene Ausflüge angeboten. Zum Beispiel zum Schafskäsefestival, nach Mukatschewo, zu Klöstern, zur regionalen Käserei und Flechterei. Fotos hier

Der lustigste Ausflug war der zur Forellenwirtschaft, wo jeder zwei bis drei Forellen angeln durfte, die anschließend lecker zubereitet gegrillt wurden. Es wurde nicht nur dort ausgiebig auf Ukrainisch und Deutsch gesungen, sondern auch bei den abendlichen Zusammenkünften auf der Terrasse des Cafés wurde die ukrainische und deutsche Kultur durch Gesangseinlagen gefeiert.

Die Abende waren nie langweilig. In den zwei Wochen gab es fünf Konzerte und an den anderen Abenden Musik zum Tanzen am Springbrunnen oder im Festsaal.

Über die Region
Fotos hier
Jahrelang habe ich meinen Heimatort nicht im Herbst gesehen. In diesem September habe ich meine Heimat neu entdeckt. Ich schätze mich sehr glücklich, diese Fülle und diesen Reichtum der Natur gesehen und erlebt zu haben. Überall gab es Obst, Nüsse und Gemüse – auf dem Markt sehr günstig zu kaufen oder umsonst zum Pflücken. Die Deutschen waren begeistert von dem Aroma und der ökologisch sauberen Qualität der Ernte. Der Kilopreis von Trauben, Birnen, Zwetschgen, Melonen liegt bei 15 – 40 Cent. Ich freue mich sehr, dass ich meiner Reisegruppe dieses Erlebnis schenken konnte.

Die Tatsache, dass eine deutsche Gruppe die Region besucht, war für die Bewohner Dowhes etwas Besonderes. Das ganze Dorf hat in dieser Zeit nur darüber geredet. Alle Bewohner sind sehr froh gewesen, dass sie Gelegenheit hatten den Deutschen zu zeigen wie sie leben, wie sie sind, was ihre Sitten und Gebräuche sind. So sind sie meine Landsleute: Es wird immer einem Menschen geholfen. Egal ob man ihn versteht oder nicht. An jeder Tür kann man klopfen, wenn man zur Toilette musst, Durst hat oder eine Auskunft braucht. Will man die Kirche von Innen sehen, kommt der Pfarrer und schließt einem auf und gibt Auskunft.

Einige aus unserer Gruppe wollten in ihrer Freizeit individuell etwas unternehmen. Sie konnten ganz günstig ein Auto mit Fahrer für den ganzen Tag mieten um die Region noch besser kennen zu lernen. Andere sind durch die Wiese ins Dorf gelaufen.

Das Dorf hat 8600 Einwohner. Dieses kleine Dorf hat acht Apotheken, fünf Supermärkte, eine Post, eine Bank, wo man Geld tauschen kann, drei Restaurants, ein Hotel, drei Krankenhäuser, zwei Schulen, eine Hochschule, ein Kulturhaus, vier Kirchen und einen Möbelbetrieb, der für IKEA arbeitet und die Kuranlage Borschawa. Sie ist der zweitgrößte Arbeitgeber mit einem Personalschlüssel von eins zu eins: Auf hundert Gäste kommen hundert Arbeitnehmer. Es liegt wunderschön. Egal, wo man steht, man sieht die grünen Berge, die sich wie ein Fächer hintereinander entfalten. Jede Familie hat ein eigenes Haus mit Vor- und Hintergarten. In jedem Hof ranken Weintrauben und die Hintergärten sind voll mit Pfirsich-, Kirsch-, Apfel-, Birnen und Zwetschgenbäumen. Auch Kiwipflanzen sind zu finden. Alle Straßen sind von Bäumen gesäumt. Die Blütenpracht lädt einen zum Staunen und Verweilen ein. Wer ins Dorf kommt kann sich diesem Zauber nicht entziehen.

Jedes Haus ist versorgt mit Quellwasser. Einige Haushalte versorgen sich eigenständig mit Quellwasser aus dem Wald. Die anderen Haushalte haben eigene Brunnen. Die Kuranlage Borschawa verfügt darüber hinaus über fünf Sorten Mineralwasser. Welche Sorte zu welchem Kurgast passt, entscheidet der Arzt. Eine Trinkkur besteht aus einem Becher Quellwasser, der eine halbe Stunde vor dem Frühstuck, Mittag- und Abendessen getrunken wird.

Resümee

Wir hatten Glück mit dem Wetter: Zwei Wochen nur Sonne kurzweilig unterbrochen von ein paar Tropfen Regen beim Forellenausflug. Das traumhafte Wetter hat mitgespielt, dass die Reise so gut verlaufen ist.

Ich möchte mich herzlich bei meinen Helfern Rosa und Vladi für die Unterstützung bei der Reisedurchführung bedanken und sowie bei ihnen als auch bei den Russisch sprechenden Gruppenmitgliedern für ihre unermüdliche Hilfe beim Übersetzen und Dolmetschen. Ich kannte die meisten aus der Reisegruppe nicht. Aber wir sind uns alle während der Reise nah gekommen. Ich habe alle Gruppenmitglieder in mein Herz geschlossen und sie als Freunde für mich in der Zukunft gewonnen.

Ich hatte Angst, dass die Reise schief gehen könnte. Nun bin ich sehr glücklich, das dieses Experiment gelungen ist. Ich bedanke mich ganz herzlich bei allen Gruppenmitgliedern für ihr Vertrauen, Mitgefühl und persönlichen Beitrag, damit das Unternehmen zu einem unvergesslichen Erlebnis geworden ist, das uns immer verbinden wird.

Ich danke auch meiner ehemaligen Arbeitskollegin Barbara für ihre Hilfe beim Schreiben dieses Berichts. Dieser Reisebericht spiegelt die Erfahrung von mir als Reiseleiterin und ihre als Reiseteilnehmerin wieder.
Olga Weiss


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